Kapitel 4

Marketing Kanäle für Externen Traffic

In diesem Kapitel wollen wir dir ein paar Ideen geben, mit welchen Marketing Kanälen du zusätzlichen Traffic auf dein Amazon Listing leiten kannst. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, jedoch möchten wir uns hier auf die bekannten Werbe- und Social Media Kanäle beschränken. Auch wenn es verlockend erscheinen mag viele Kanäle gleichzeitig auszuprobieren, raten wir dir, zunächst einen Kanal zu testen und die Ergebnisse zu messen, bevor du den nächsten Kanal auswählst.

Beginne mit einem kleinen Budget und evaluiere die Ergebnisse so früh wie möglich. Hast du Erfolg? Super, dann kannst du das Budget erhöhen. Andernfalls ändere Bilder, Texte, Zielgruppe oder andere Parameter und fahre weitere Tests bevor du einen neuen Kanal ausprobierst.

Kanäle vs. Umsetzung
Sei vorsichtig mit pauschalen Aussagen wie: "Facebook Ads funktionieren nicht!". Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Umsetzung (Gestaltung der Kampagne, Bilder, Texte etc.) das Problem sind und nicht der Kanal selbst.

Suchmaschinen Marketing

Suchmaschinen Marketing erlaubt dir, deine Werbung direkt neben den Suchergebnissen von Google und Bing anzuzeigen. Das bedeutet, dass dein Produkt angezeigt wird, wenn ein potentieller Kunde nach etwas sucht was du anbietest. Die Bezahlung läuft über "Pay per Click", du zahlst also nur, wenn jemand wirklich auf die Werbung klickt.

Angenommen du vertreibst Golfzubehör oder Trolleys und ein Besucher von Google sucht z.B. nach "Golftrolley", dann würde dein Listing beworben werden.

Für Amazon Seller ist Suchmaschinen Marketing ein guter Weg, mit Externem Traffic zu starten. Je nach Nische können die Kosten gering sein. Die Besucher befinden sich zudem bereits im Kauf-Modus, da sie bereits aktiv nach einem Produkt suchen, was einen späteren Kauf wahrscheinlicher macht.

Hier findest Du einen guten Blog Artikel als generellen Überblick und in der offiziellen Dokumentation von Google kannst du natürlich auch alles nachlesen.

Twitter Ads

Auch wenn Twitter schon etwas in die Jahre gekommen ist, zählt es immer noch zu einem der größten Sozialen Netzwerken. Twitter bietet dir einen "Promoted Tweet" in den Suchergebnissen an, oder in der Timeline eines potentiellen Kunden eingeblendendet zu werden. Diese sehen wie ein normaler Tweet aus, sind aber als Werbung gekennzeichnet.

Quelle: twitter.com

Im Gegensatz zu Google AdWords, bei denen sich der Kunde häufig schon im Kauf-Modus befindet, sind Twitter (und Facebook) Nutzer eher im Entdecken-Modus. Da Nutzer und Nutzerverhalten sehr ähnlich zu dem auf Facebook sind, raten Marketing Experten häufig dazu, nur eines der Netzwerke zu nutzen. Da Werbemöglichkeiten und Nutzerzahl von Facebook deutlich größer sind, würden wir von Twitter als ersten Marketing Kanal eher abraten. Möchtest du trotzdem einen Versuch starten, empfehlen wir diese Anleitung.

Pinterest Ads

Pinterest ist ein Soziales Netzwerk, in dem Nutzer Bilder teilen (Pins), die sie im Internet entdeckt haben oder selber hochladen.  Als Seller kannst du sogenannte "Promoted Pins" erstellen, die dann extra hervorgehoben werden. Einige Details zu Pinterest:

Die Zahlen sprechen sehr für das Ausprobieren dieses Marketing Kanals. Möchtest du dein Produkt dort platzieren, solltest du noch zwei weitere Fakten bedenken. Pinterest ist sehr designlastig und ein großer Teil der Nutzer ist weiblich. Dein Produkt sollte also eher an eine weibliche Zielgruppe ausgerichtet sein und die Präsentation muss sehr ansprechend sein.

Quelle: pinterest.com

Interesse Pinterest auszuprobieren? Dann schau dir diesen Leitfaden an.

Facebook Ads

Google AdWords und Facebook Ads konkurrieren um die großen Budgets der Internetwerbung, aber auch die kleinen Werber profitieren von dieser Entwicklung. Beide Anbieter haben eine riesige Reichweite und ausgefeilte Tools, um deine Zielgruppe zu erreichen.

Facebook bietet etliche Funktionen, deine Werbung zielgenau auszuspielen. Von der Definition der Zielgruppe nach Alter, Geschlecht, Ort und Interessen, bis hin zum Retargeting von Besuchern deiner Webseite, Facebook ist alles möglich.

Quelle: facebook.com

Facebook ist einer der besten Kanäle für Amazon Seller, um Externen Traffic für dein Listing zu generieren. Aus diesem Grund haben wir Kapitel fünf und sechs ausschließlich der Werbung mit Facebook gewidmet.

Facebook Gruppen

Das Posten in Facebook Gruppen ist eine sehr gute Möglichkeit, seine Zielgruppe anzusprechen. Die Größe einer Gruppe ist meist kleiner, als die Reichweite einer normalen Facebook Anzeige, dafür ist die Abstimmung auf die Zielgruppe optimal und somit gerade zu Beginn eine kostengünstige Alternative.

Nutzt man Gruppen zum Brand Buildung, findet man schnell eine Gruppe, die sich mit produktrelevanten Themen beschäftigt. Bevor du einen Beitrag in die Gruppe postest, solltet du auf jeden Fall mit dem Administrator der Gruppe sprechen. Plumpe Werbung wird meist gleich gelöscht und wirft sofort ein negatives Bild auf deine Marke. Kooperiere lieber mit einem gemeinsamen Gewinnspiel oder versuch der Gruppe auf anderem Wege einen Mehrwert zu bieten.

 

Instagram

Da Instagram zu Facebook gehört, kannst du über den Facebook Werbeanzeigen Manager ebenfalls Werbung bei Instagram ausspielen. Ähnlich wie bei Pinterest, ist Instagram sehr designlastig und funktioniert besonders gut, wenn du ansprechende und professionelle Produktfotos hast.

Blogger und Influencer

Eine verhältnismäßig günstige Variante ist derzeit noch Traffic, der über Influencer generiert werden kann. Als Influencer bezeichnet man Personen, die eine sehr große Reichweite über Social Media oder Blogs haben und meist gegen Geld dein Produkt über ihren Kanal vorstellen. Abhängig von der Größe der Leserschaft kann es auch schon ausreichen, ein paar kostenlose Produkte zu vergeben - gerade zu Beginn sind Influencer immer auf der Suche nach neuen Ideen und Inhalten.

Neben den immer bekannter werdenden YouTubern und Instagram "Stars" bilden Blogger nach wie vor die größte Gruppe. Blogger eignen sich besonders, da sie normalerweise mehrere Kanäle besitzen, eine eigene E-Mail Liste, Soical Media Accounts und ihren Blog haben, auf denen sie dein Produkt vorstellen können.

Anders als bei AdWords oder Facebook Ads bedarf es etwas mehr Handarbeit deine Werbekampagne anzusetzen, da du jeden Blogger einzeln anschreiben und dich auf eine Zusammenarbeit einigen musst. Einmal etabliert sind diese Beziehungen aber sehr wertvoll.

Im einfachsten Fall sieht der Prozess so aus:

  1. Erstelle eine Liste von Influencern, die für dein Produkt relevant sind.
  2. Scheibe sie per E-Mail an.
  3. Am Ball bleiben! Nicht jeder antwortet sofort auf eine Mail, es ist nicht unhöflich nochmal nachzufragen.
  4. Handel eine Zusammenarbeit aus.
 

Um das Anschreiben erfolgreich zu machen, solltest du ein paar Regeln (Quelle: web-netz.de) beachten:

Do‘s Dont‘s
Den Influencer individuell ansprechen. Allgemeine Ansprache, Namen falsch schreiben.
Individueller Bezug zum Kanal, erläutern warum genau dieser Influencer passt. Standardfloskeln benutzen.
Kurz und knapp umreißen, worum es geht. Keine relevanten Infos liefern. Wertvolle Influencer bekommen viele Anfragen und haben nicht die Zeit, bei jeder nachzufragen, worum es geht.
Den Mehrwert für den Influencer klar machen, warum sollte er mit deinem Unternehmen zusammenarbeiten? Davon ausgehen, dass der Influencer umsonst arbeitet/nur für Produkt-Rabatte arbeitet.
Freundlich nach einem Interesse an der Zusammenarbeit fragen. Bereits alle Einzelheiten festlegen und dem Influencer eine Kooperation aufzwingen.

Schreckst du vor etwas extra Arbeit nicht zurück, findest du hier ein paar Anregungen.

Du solltest jetzt einen guten Überblick über die verschiedenen Quellen für Externen Traffic bekommen haben. Als nächsten Schritt, kannst du jetzt dein Produkt bewerben. Ein sehr guter Einstieg sind Facebook Ads, die wir in den nächsten Kapiteln genauer erklären.

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